Bildungspfad Zrobotyzowani in Zusammenarbeit mit ArcelorMittal Poland – Eine heiße Zrobotyzowani-Tour zur Warmbandstraße (BWG) bei ArcelorMittal Poland ⚒️
Wenn wir vor der Halle der Warmwalzstraße im Krakauer ArcelorMittal-Stahlwerk (ehemals Huta im. Sendzimira) stehen, fällt uns zuerst die Stille auf. Von außen ist es ein „gewöhnlicher“ Industriekoloss – Stahl, Glas, Fensterreihen. Aber es reicht, das Tor zu passieren, um in eine Welt einzutreten, in der Stahl wie Lava fließt und Dutzende Megawatt Leistung massive Metallblöcke in ein dünnes Band von nur 1,4 mm Dicke verwandeln.
Letzten Freitag startete genau hier unser Zrobotyzowani-Team zusammen mit unserem Guide Herrn Rafał Paradowski (Support Manager bei ArcelorMittal Poland) zu einer außergewöhnlichen touristisch-industriellen Expedition zur Warmwalzstraße von ArcelorMittal im ehemaligen Krakauer Sendzimir-Werk. Schon nach wenigen Augenblicken war klar: Das wird keine gewöhnliche Besichtigung – riesige Maschinen, zischende Öfen und sich windende Bänder glühenden Stahls haben uns schlicht hypnotisiert. Wir waren dort, haben mit eigenen Augen ein Stück des industriellen „technischen Erbes“ Polens gesehen – und möchten jedes Detail dieser Tour mit euch teilen!
Willst du sehen, wie 25-Tonnen-Stahlblöcke sich vor deinen Augen in kilometerlange Bänder aus Blech verwandeln?
Mach bei unseren nächsten Events mit und entdecke dieses und weitere Geheimnisse der Warmwalzstraße!
Von Hochöfen zur modernen Walzstraße – eine kurze Geschichte der Stahlstadt
Herr Rafał beginnt mit der Geschichte des Stahlwerks selbst. Früher Huta im. Lenina, dann Huta im. Tadeusza Sendzimira, heute ArcelorMittal Poland – ein riesiger, mehrstufiger Hüttenkomplex, der über Jahrzehnte alles in sich vereinte: Hochöfen, Stahlwerke, Kokereien, Warm- und Kaltwalzwerke. Die Geschichte des Krakauer Werks begann 1954; bereits in den 1970er-Jahren lag die Produktion bei etwa 6–7 Mio. Tonnen pro Jahr, und das Werk verfügte über 12 Kokereibatterien, 5 Hochöfen und ein Siemens-Martin-Stahlwerk.
Nach der politischen Wende gelangte das Werk unter das Dach des Konzerns ArcelorMittal. Im Rahmen des Privatisierungsvertrags war der neue Eigentümer verpflichtet, eine moderne Warmwalzstraße zu bauen. Der Bau startete 2005, und bereits 2007 wurde im neuen Ofen der erste Slab aufgeheizt. Nach wenigen Monaten Vollproduktion war die alte Warmwalzstraße überflüssig – sie wurde stillgelegt und demontiert. Heute hat der Konzern seit 2004 über 3 Mrd. PLN in das Sendzimir-Werk investiert; die Warmwalzstraße selbst verschlang ca. 1,2 Mrd. PLN und gilt weiterhin als die modernste Walzstraße Europas.
Heute arbeitet der Rohstoffbereich in Krakau nicht mehr – 2020 wurden Hochöfen und Stahlwerk dauerhaft stillgelegt. Doch die Warmwalzstraße lebt weiter und verarbeitet Stahl-Halbfabrikate (Slabs), die aus anderen Werken der Gruppe angeliefert werden, nicht nur aus Polen. Nach dem Bau eines zweiten Aufheizofens erreichte der Walzstrang eine Kapazität von rund 3,3 Mio. Tonnen pro Jahr (vorher etwa 2,3 Mio. Tonnen). In der Praxis bedeutet das: Eine einzige Linie kann jährlich so viel Stahl „durchlassen“, wie eine Kleinstadt wiegt.
Für den Transport heißer Slabs werden oft sogenannte Thermoswagen genutzt, die speziell für die Warmwalzstraße auf Samms-Wagen entwickelt wurden.
Hier entstehen warmgewalzte Bleche in Coils, die später unter anderem gehen an:
- das Kaltwalzwerk,
- Anlagen für organische Beschichtungen,
- Hersteller von Konstruktionen, Profilen und Rohren,
- die Automobil- und Bahnindustrie.
Auf der Bedienerbrücke – der erste Kontakt mit lebendigem Stahl
Erster Halt der Tour: die Bedienerbrücke für den Einsatz, von der aus man den „Parkplatz“ der Slabs sieht – riesige Stahlblöcke. Jeder Slab hat:
- Länge von 6 bis 11 Metern,
- Dicke 220 bis 250 mm,
- Breite von 0,7 bis 2,1 Metern,
- Masse bis zu 35 Tonnen, standardmäßig jedoch etwa 25 Tonnen.
Die rohen Stahlblöcke kommen mit Zügen aus Dąbrowa Górnicza. Die Waggons bringen zwei Slabs pro Wagen, getrennt durch Holzunterlagen. Die Bediener auf der Brücke vermessen jeden Slab, prüfen seine Nummer und Bestimmung und legen gemäß dem Produktionsplan fest: welcher Block in den Ofen geht, in welcher Reihenfolge und zu welchem Endprodukt er verarbeitet wird.
Rafał erklärt uns das Prinzip der Einsatz-Auswahl:
„Wir wählen die Slabs nicht blind. Für jede Bestellung müssen wir passende Breite, Stahlsorte und Masse auswählen. Wir können die Breite maximal um etwa 100 mm reduzieren – wenn der Slab einen Meter hat, machen wir daraus ein 900-mm-Blech, aber nicht 700.“
Deshalb werden in der Produktionsplanung die Slab-Breiten sehr präzise auf die Zielbreiten der Bleche abgestimmt – meist ist der Slab 20–30 mm breiter, damit er im Walzprozess leicht „zugeschnitten“ werden kann, mit einer Sicherheitsmarge für Fehler und Schwankungen.
Möchtest du der Macht des glühenden Stahls Auge in Auge gegenüberstehen und die Hitze der Aufheizöfen spüren?
Mach bei unseren nächsten Events mit und entdecke dieses und weitere Geheimnisse der Warmwalzstraße!
Aufheizöfen – wo Stahl zu orangefarbener Lava wird
Wir gehen in Richtung des Herzens der Warmwalzstraße – der Aufheizöfen. Hier werden kalte, massive Slabs zu heißen, plastischen „Laiben“ aus Stahl. Die Slabs gelangen in einen von zwei gewaltigen Schrittbalkenöfen („alter“ und „neuer“ Ofen), wo sie auf etwa 1230°C erhitzt werden – genau so viel, dass der Stahl weich genug zum Walzen wird, aber dennoch seine Struktur behält.
Die Aufheizzeit hängt von der Stahlsorte ab – normalerweise 2,5 bis 4 Stunden (ca. 140–220 Minuten) im Ofen, um gleichmäßig erwärmtes Material zu erhalten. Die mehrere Meter hohen Öfen wirken wie große rechteckige Hallen, umgeben von Hunderten Metern Rohren, die Gas und Luft zu den Brennern führen.
Rafał zeigt uns Thermoelemente und Kontroll-„Fenster“, durch die die Mitarbeiter den Aufheizprozess überwachen. Der Ofen ist in Zonen unterteilt, in denen separat gesteuert wird:
- Gaszufuhr,
- Luftmenge,
- Temperatur in der Ofenkammer
Für Industriekultur-Touristen ist das ein echtes Paradies: gigantische Wärmetauscher, Druckluftsysteme, Gasinstallationen, Reduzierstationen. Stell dir einen Korridor voller Rohre, Ventile und Manometer vor, in dem jedes Element seine Aufgabe hat, stabile thermische Bedingungen zu gewährleisten.
Rafał bremst ehrlich unseren fotografischen Eifer – er erklärt, dass Fotos der sensibelsten Anlagen eine interne Freigabe benötigen. Für Zrobotyzowani ist das Standard – Sicherheit und Vertraulichkeit haben immer Vorrang vor einem spektakulären Bild.
Entzunderung – eine Dusche unter Hochdruck
Wenn der Slab die richtige Temperatur erreicht, fährt er aus dem Ofen auf die Transportrollen. Während des Aufheizens entsteht auf der Oberfläche Zunder – eine harte, oxidierte Schicht, die auf Blechen nicht verbleiben darf.
Darum ist der erste Schritt nach dem Ofenaustritt die Entzunderung – der Stahl bekommt eine „Dusche“ mit Wasser unter sehr hohem Druck. Die Wasserstrahlen schlagen die unerwünschte Schicht ab und kühlen die Oberfläche leicht. Unter dem Rollgang entsteht ein regelrechter Stahl-Wasser-Strom: ein Gemisch aus Wasser und Zunder gelangt in spezielle Kanäle, wird dort gekühlt und gereinigt – das Wasser kehrt in den Kreislauf zurück, und der Zunder kann verkauft oder entsorgt werden.
Vorwalzgerüst – fünf bis sieben Durchläufe
Der nächste Schritt ist das Vorwalzgerüst (roughing mill). Hier fährt der Slab – immer noch heiß wie Lava – zwischen massive Walzen und wird in fünf oder sieben Durchläufen gewalzt. Jeder Durchlauf bedeutet eine Fahrt in eine Richtung – der Stahl kehrt immer wieder um und wird mit jeder Passage dünner und länger.
Parameter nach dem Vorwalzen:
- Dicke: von 30 bis 55 mm,
- Breite: weiterhin bis 2,1 m,
- Temperatur weiterhin sehr hoch, über 1000 Grad.
Fertigwalzstraße – sechs Gerüste und ein Rennen gegen die Zeit
Nach dem Vorwalzen gelangt das Band in den Verbund aus sechs Fertigwalzgerüsten (finishing mill). Ab hier läuft alles kontinuierlich – das Band rast durch die Walzen, und jedes Gerüst reduziert die Dicke und kontrolliert das Profil. Dieser Abschnitt entscheidet darüber, welche Enddicke unser Blech haben wird.
Bei „Standard“-Produkten ist die Bandbreite groß, aber für uns sind die Extreme am spannendsten:
- die dünnsten Bleche verlassen die Linie mit einer Dicke von ca. 1,4 mm – das stählerne Pendant zu Karton, aber immer noch mit Massen in Tonnen,
- typische Bänder: 2–8 mm,
- auf der „dicken“ Seite werden Bleche mit mehreren Millimetern bis in den zweistelligen Bereich produziert, mit weniger extremen Walzparametern.
- Zusätzlich kann das Blech im letzten Schritt am letzten Walzgerüst eine rutschhemmende Struktur erhalten – dank einer speziellen Walze mit „Tränen“-Prägung.
Die Kampagne der Fertigwalzen – also der Zeitraum zwischen dem Schleifen und dem Austausch – umfasst etwa 2500 Tonnen verarbeitetes Material, und detaillierte Anweisungen zu den Regeln der Walzkampagnen nehmen über 30 Seiten Dokumentation ein.
Rafał erzählt, wie wichtig es ist, hier Ebenheit und eine gleichmäßige Temperaturverteilung zu halten. Zu große Unterschiede, falsche Einstellungen oder ungleichmäßiges Aufheizen können Qualitätsfehler verursachen; zu starker Walzenverschleiß führt zu einem Phänomen, das das Werk „Katzenohren“ nennt – ein charakteristisches Aufbiegen der Kanten im Querschnitt des Bandes.
Für uns – technische Freaks – ist das reine Prozesspoesie: enorme Druckkräfte, Präzision bis in Zehntelmillimeter und das alles gesteuert von einem klimatisierten Leitstand voller Bildschirme und Diagramme.
150 Meter Stahl-Sprint – die Kühlstrecke
Hinter dem letzten Fertigwalzgerüst gelangt das Band in die Kühlstrecke. Genau hier findet der präzise Kampf um die endgültigen mechanischen Eigenschaften des Stahls statt.
Vom letzten Walzgerüst bis zur Haspel sind es ca. 150 Meter Rollgänge, davon etwa 112 Meter als „Nassstrecke“ – eine dichte Batterie von Wasserdüsen über und unter dem Band, in mehreren Zonen separat gesteuert.
Rafał erklärt uns die Kühlstrategien:
- standardmäßig wird der Stahl so gekühlt, dass er vor dem Aufhaspeln etwa 500–600°C hat,
- bei einigen Sorten – z. B. Dualphasenstählen für die Automobilindustrie – wird extrem schnell gekühlt, sogar bis auf ca. 150°C unmittelbar vor dem Aufhaspeln, wodurch eine bestimmte Phasenstruktur „eingefroren“ wird und die passende Kombination aus Festigkeit und Umformbarkeit entsteht,
- es gibt auch Sorten, bei denen praktisch kein Wasser verwendet wird – der Stahl kühlt langsamer ab, was andere Eigenschaften begünstigt.
Wir beobachten das glühende Band, das unter der Batterie von Düsen von intensivem Orange zu dunkelroter Glut wechselt, bis es schließlich optisch „kalt“ wirkt – obwohl es im Inneren immer noch mehrere hundert Grad hat. Für uns ist das einer der faszinierendsten Momente der Tour.
Haspeln – wenn 1,5 km Stahl zu einem einzigen Coil werden
Am Ende der Linie stehen Haspeln (Coiler) – mächtige Trommeln, die den Bandanfang greifen und das Band aufwickeln, sodass ein Coil entsteht.
Ein paar Zahlen, die Eindruck machen:
- maximale Masse eines einzelnen Coils: 35 Tonnen,
- Coil-Höhe: bis 2,2 m,
- Bandlänge in einem Coil bei dünnen Blechen (ca. 2 mm und weniger): bis zu 1,5 km, wobei ein Coil immer aus einem einzigen Slab gefertigt wird.
Stell dir das vor: Stahl-„Spaghetti“, die ausgerollt zwei entfernte Straßenbahnhaltestellen in einer Stadt verbinden könnten, und doch auf eine einzige Trommel passen. Wir sahen, wie aus der Haspel ein Coil herauskommt, der anschließend per Fördertechnik weitertransportiert, in der Umreifungsmaschine mit Bandstahl gesichert, beschriftet und schließlich mit einem Kran mittels eines riesigen Greifers umgesetzt wird.
Rafał berichtet, wie wichtig es ist, eine konstante Bandspannung zwischen Fertigwalzstraße und Haspel zu halten – damit es nicht zu Falten, Wellen oder Rissen kommt. Die Steuerungen überwachen in Echtzeit die Abhängigkeiten zwischen:
- Walzgeschwindigkeit,
- Haspelgeschwindigkeit,
- Bandtemperatur,
Bei dünnen Blechen ist die Fehlertoleranz minimal – ein kurzer Moment reicht, und der Stahl verhält sich wie ein zu stark gespanntes Band.
Qualität unter der Lupe – Kameras, Labore und Coil-Klassifizierung
Mit der Haspel ist der Weg noch nicht zu Ende. Jeder Coil durchläuft eine Qualitätskontrolle, an der mehrere Teams beteiligt sind:
- Linienbediener,
- Qualitätslabor,
- Kamerasystem zur Oberflächeninspektion.
Der fertige Coil wird sofort von einem automatischen Roboter markiert, der Nummer und Parameter mit Farbe auf der Seite und dem Außenwickel aufbringt. Direkt am Walzstrang arbeitet ein Bediener, der die Maßparameter des Blechs überwacht – Breite, Dicke, Kantenlauf sowie die Qualität beider Oberflächen. Unterstützt wird er durch ein Oberflächeninspektionssystem, bestehend aus Zeilenkameras, die automatisch Fehler erkennen und klassifizieren: Kratzer, Einschlüsse, Grübchen, Dellen und andere.
Wenn ein Coil einen Qualitätsmangel aufweist, kann man:
- den Coil in eine niedrigere Qualitätsklasse umstufen (z. B. für nicht sichtbare, konstruktive Anwendungen),
- dem Kunden als Konzession anbieten,
- im Extremfall – verschrotten.
Rafał betont, wie wichtig die Qualität des hergestellten Materials ist: „Bei ArcelorMittal Poland hat Sicherheit für uns oberste Priorität, an zweiter Stelle steht Qualität, und die Produktionsrealisierung kommt erst an dritter Stelle. Wir können es uns nicht leisten, Material zu produzieren, das die Qualitätsanforderungen nicht erfüllt, denn die Zufriedenheit der Kunden ermöglicht uns eine kontinuierliche Entwicklung und die Aufrechterhaltung unserer Position als Branchenführer in der Stahlindustrie.“
Fertige Coils werden im internen Werksbahntransport von der Warmwalzstraße zu weiteren Betrieben gebracht, wo sie weiteren Prozessen unterzogen werden können: Kaltwalzen, Beizen, Ölen, organisches Beschichten, Verzinken, Schneiden – oder sie gehen in die Endbearbeitungshalle, von wo aus sie im warmgewalzten Zustand nach vorheriger Qualitätskontrolle und Verpackung direkt per Bahn- oder Straßentransport an Kunden versendet werden.
Erwähnenswert ist: Mängel hat weniger als 1% der Produktion!
Menschen der Walzstraße – wie viele Personen bedienen den Stahlkoloss?
Eine der häufigsten Fragen während unserer Touren lautet: „Wie viele Menschen braucht man, damit das alles läuft?“.
Rafałs Antwort überrascht viele Teilnehmer – die gesamte Warmwalzstraße wird pro Schicht von ca. 30 Personen bedient:
- Produktionsdisponenten am Slab-Lager und Ladebediener
- Schichtmeister, Bediener der Aufheizöfen, des Vorwalzgerüsts und der Fertigwalzgerüste,
- Haspel- und Versandbediener,
- Instandhaltungs-Vorarbeiter, Mechaniker, Elektriker, Automatisierungstechniker, Energie-/Versorgungstechniker,
- plus Kranführer (etwa 6–7 Personen), formal Teil der Transportabteilung, arbeiten aber Schulter an Schulter mit der Walzstraße.
Das ist beeindruckend – Hunderte Meter Linie, Megawatt Leistung, Tausende Tonnen Stahl täglich und nur eine gut dreißigköpfige Mannschaft, die das alles koordiniert.
Sicherheit geht vor – Arbeitsschutz in der Stahl-Version
Bevor wir die Halle betraten, besprach Rafał sehr подробно die Arbeitsschutzregeln:
- Helme, Schutzbrillen, Gehörschutz, Sicherheitsschuhe und flammhemmende Kleidung sind Pflicht,
- wir betreten Gleise (Bahn oder Lkw) nicht ohne ausdrückliche Zustimmung,
- wir halten mindestens 3 Meter Abstand zu Gleisen – selbst wenn „nichts kommt“,
- wir gehen nicht unter hängende Lasten von Hallenkränen – Minimum „Lasthöhe = Abstand von der Kranbahn-Achse“,
- wir berühren keine Stahlelemente – selbst wenn sie „kalt aussehen“, können sie mehrere hundert Grad heiß sein.
Zrobotyzowani nehmen Sicherheit bei Werksbesichtigungen sehr ernst. Das sind Orte, an denen die Produktion auf Hochtouren läuft – wir sind hier nur Gäste. Deshalb arbeiten wir immer eng mit den Gastgebern zusammen, und unsere Gruppen sind diszipliniert.
Am Ende der Tour bedankten wir uns bei den Teilnehmern für ihr vorbildliches Verhalten – null Zwischenfälle, null Stolperer, obwohl wir uns auf wirklich anspruchsvollem Gelände bewegten.
Von der Walzstraße in die Welt – wohin geht Krakauer Blech?
An einem der letzten Stopps sehen wir uns abgenutzte Walzen an – massive Stahlzylinder, die nach einer Regeneration ein zweites Leben bekommen können. Ein Teil davon geht in die Bahn- und Bauindustrie und wird zu Bauteilen von Waggons, Plattformen und Arbeitsbühnen.
Und was ist mit dem Blech selbst? Während der Tour taucht eine ganze Liste von Anwendungen auf:
- Stahlkonstruktionen – Brücken, Hallen, Träger, tragende Elemente,
- Bahnindustrie – Waggonaufbauten, Podeste, Stufen,
- Automobilindustrie – Strukturteile, Karosserieverstärkungen, Felgen und Ringe,
- Maschinenbau – Gehäuse, Abdeckungen, Geräteelemente,
- Energiewirtschaft – Behälter, tragende Konstruktionen von Anlagen,
- Weiterverarbeitung in Kaltwalzwerken und Beschichtungslinien.
Jedes Mal, wenn du das nächste Mal eine Stahlkonstruktion, einen Bahnwagen, eine Überführung oder einen massiven Tank siehst – ist die Chance groß, dass sich irgendwo darin Stahl verbirgt, der einst durch die heißen Walzen in Kraków lief.
Heiße Emotionen – unsere Eindrücke vom Besuch
Die Besichtigung der Warmwalzhalle war eine echte Achterbahnfahrt! Als wir zwischen die Maschinen traten, hörten wir den mächtigen Donner der Walzstraße und spürten die heiße Luft, die von den Öfen herüberdrückte. Die Wände zitterten von Vibrationen – jeder Schritt klang unter den Füßen wie ein metallisches Echo.
Begeistert beobachteten wir feurige Balken im Ofen, wo sich der Slab in einen rubinroten Block verwandelte, und dann liefen wir den sich bewegenden Stahlbändern hinterher wie den Kabeln eines gigantischen Instruktors. Andrzej sagte, er fühlte sich wie auf dem Mars, als er die Flamme im Ofen sah; Paulina konnte den Blick nicht von dem rotierenden Stahlband vor der Haspel lösen; Karol wiederum konnte kaum fassen, wie schnell jeder Coil im Lager ankam.
Wir waren zutiefst beeindruckt von der Präzision und dem Maßstab der Produktion. Ein Adrenalinschauer lief durch Kilometer von Rohren und Motoren, als uns klar wurde, dass wir gerade die Entstehung mächtiger Bleche erleben, aus denen z. B. Schiffsrümpfe oder Paneele für Windkraftanlagen gebaut werden. Der Moment, als ein riesiger Coil lautlos auf der Plattform landete, löste Applaus in unserer Gruppe aus – das war die Krönung unserer Tour.
Falls ihr euch noch fragt, ob es sich lohnt, an den nächsten Expeditionen mit Zrobotyzowani teilzunehmen: Unser Bericht spricht für sich. Solch einzigartige Erlebnisse findet ihr nirgendwo sonst! Das ist #Industriekultur-Tourismus auf höchstem Niveau – eine Mischung aus Leidenschaft, Wissen und Emotionen. Wir können das nächste Abenteuer kaum erwarten – und bis dahin bleiben wir tief beeindruckt von dem, was die Warmwalzstraße vor uns verborgen hat.
Bis zur nächsten Tour! 👋
Danksagungen
Besonderer Dank gilt unserem Guide und Ideengeber – Rafał Paradowski, Support Manager bei ArcelorMittal Poland. Dank Ihrer Kenntnisse und Geduld wurden selbst die kompliziertesten technischen Themen verständlich, und jede Frage wurde ausführlich beantwortet.
Ein riesiges Dankeschön geht auch an die gesamte Mannschaft von ArcelorMittal Poland für Offenheit und die Zustimmung zur Tour, eine reibungslose Organisation sowie große Geduld gegenüber unseren Fragen und unserem fotografischen Enthusiasmus.
Vielen Dank!
Schlüsselwörter: Industriekultur-Tourismus, Stahlwerkbesichtigung, Walzwerkbesichtigung, ArcelorMittal Poland, ArcelorMittal Sendzimir, Walzwerk-Tour, Stahlwerk-Tour, ArcelorMittal Urbex, Technik, eintägige Führung, Veranstaltungsbericht, Zrobotyzowani, Industriefotos, Industrie von innen.
Klingt nach einem großartigen Tag? Schau, wohin wir in nächster Zeit noch fahren:
Möchtest du ein ähnliches Abenteuer erleben? Industriekultur-Tourismus im Zrobotyzowani-Stil bedeutet Zugang zu einzigartigen Objekten und Orten, von deren Existenz viele keine Ahnung haben.
👉 Mach mit! Verfolge die kommenden Veranstaltungen auf Zrobotyzowani.com.pl und melde dich für unseren Newsletter an, damit du die nächsten Anmeldungen nicht verpasst. 👉 Zeige deine Leidenschaft: Schau in unserem Shop Zrobki.pl vorbei – dort gibt es Gadgets für Industriefans!
#Zrobotyzowani #ArcelorMittalPoland #Kraków #TurystykaPrzemysłowa #IndustrialTourism #UrbexPolska #Walcowanie #Hutnictwo #Technika #BWGWalcowniaGorąca #Sendzimira #HutaKraków #Photography #IndustrialPhotography #Eksploracja #PolskaNaWeekend #Małopolska #ZwiedzanieTechniczne #Walcownia #Hutnik #Blacha #HistoriaTechniki #MaszynaParowa #PodróżeMałeIDuże #AktywnyWypoczynek #IndustrialHeritage #UndergroundWorld #ironworksExploration #AdventureTime #TravelPoland
Fotos: Karol Lubaczewski
Bericht: Karol Lubaczewski, unter der aufmerksamen Begleitung des unersetzlichen Rafał Paradowski
















































